Werkgruppe
54 x Acryl auf Tubolit
Objekt, Installation, Papierarbeit
Text: Maja Weyermann, 1995
54 x Acryl auf Tubolit besteht aus vier parallel hintereinandergesetzten Reihen von Gerüststangen, die je 6 m lang sind. Diese Reihen werden beidseitig von zwei elliptischen Säulen begrenzt.
Die insgesamt 54 Gerüststangen stehen vertikal, in einem Abstand von 40 cm, sind von Reihe zu Reihe diagonal versetzt und werden durch eine Stahlkonstruktion stabilisiert.
Die einzelnen Stangen sind mit dem Rohrisolationsmaterial Tubolit umgeben. Dieses ist in unterschiedlichen Farbtönen und Helligkeiten eingefärbt.
Indem die Farbwerte so gewählt sind, daß sie mit den Farbwerten der Zwischenräume und denjenigen der anderen Gerüstrohre korrespondieren, wird der Raum innerhalb der Installation einerseits selbst zum Farbträger und andererseits visuell aufgehoben.
Bewegt sich der Betrachter, überschneiden sich andere Stangen und es entstehen immer neue Variationen von Farbbildern. Als Fortführung von Malerei mit anderen Mitteln wird das Raum-Fläche-Thema aufgegriffen und umgekehrt: Entsteht in der Malerei durch Farbe aus einer Fläche ein Raum, wird hier Raum durch Farbe flächig.
Der Standort von 54 x Acryl auf Tubolit – der Rohbau – beschreibt einen im Entstehen begriffenen Raum, der in Plänen und Architekturzeichnungen zweidimensional bereits definiert ist. Spiegelbildlich wiederholen Installation und Umgebung das gleiche Thema. Die beiderorts verwendeten Gerüststangen sind hier raumauflösende Farblinien, dort zum Baualltag gehörende Konstruktionshilfen.
54 x Acryl auf Tubolit wurde in der Zeit vom 2. bis 10. Dezember 1995 im Rohbau des Bürogebäudes am Halensee der Architekten Léon/Wohlhage als temporäres Projekt realisiert.
Text in: 54 x Acryl auf Tubolit, Ausst.-Kat., hrsg. v. Maja Weyermann, Berlin 1995.
